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Wunderwiese mit Trauerband (reserviert)

Nachruf auf die „Wunderwiese“

 

Für mich warst du die „Wunderwiese“

Entstanden innerhalb weniger Jahre aus den Trümmern der Kleingartensiedlung „Prüner Schlag“, die einem Bauprojekt weichen musste. Eine mehrjährige Baupause reichte dir um zu erblühen.

Du warst für mich Beweis der Regenerationskraft der Natur, für Schöpfung und Kreativität.

Das hat mich inspiriert und mir Hoffnung gemacht in einer Zeit, in der Klimaerwärmung, Artensterben, Vermüllung der Meere und schließlich eine Pandemie den Menschen zu einem umweltbewussteren Denken aufrütteln sollten.

Dein Summen, Zwitschern und Duften ließen schnell Lärm und Gestank der nahen Autobahn vergessen.

Eine Oase. Mitten in der Stadt. Unbezahlbar.

Doch während der Lockdown und andere Konsequenzen der Pandemie vielen Menschen den Wert der Erholungsräume in der Natur wieder näher bringen, wird das Bauprojekt schließlich doch vollzogen.

Im November 2020 wird der Prüner Schlag von Baufahrzeugen final zerstört.

Unzählige heimische Tiere und Pflanzen verlieren dabei ihren Lebensraum oder gar ihr Leben.

 

Und ich, liebe Wunderwiese, ich verliere einen schönen Ort.

Ich werde dich vermissen.

 

LP.

Als Andenken an die Wiese am Prüner Schlag in Kiel habe ich das Bild „Wunderwiese“ gemalt. Als Symbol für deren Zerstörung habe ich die fertige Malerei mit einem schwarzen Trauerband versehen. Das Bild steht für mich stellvertretend für alle Naturflächen, die weichen müssen, weil ein Teil der Menschheit (noch) nicht den wahren Wert der Natur für uns erkannt hat.

 

Elle Pedottir

Kiel, im April 2021